Was sind Lions?

Geschichte, Struktur und Ziele:

Lions gehört zu den weltweit agierenden Service-Clubs, das sind politisch und religiös neutrale Vereinigungen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, zum einen weltweit, zum anderen vor Ort zu helfen, insbesondere wenn die Unterstützung des Staates und öffentlicher Institutionen nicht ausreicht. Der 1917 in den USA gegründete Lions Club erweiterte sich unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkrieges nach Europa. 1951 wurde der erste deutsche Club in Düsseldorf gegründet. Die Lions Organisation war 1945 wesentlich am Zustandekommen der Zusammenarbeit der sogenannten NGOs, der Nichtregierungs(hilfs)organisationen, untereinander beteiligt.
Mit fast 1,4 Millionen Mitgliedern weltweit ist Lions Clubs International eine der größten Nichtregierungsorganisationen. In der Weltrangliste der NGOs der FINANCIAL TIMES im Jahr 2007 lag Lions INTERNATIONAL auf dem ersten Platz vor ROTARY, WWF, GREENPEACE, UNESCO etc. als die Organisation, die weltweit den höchsten und effizientesten Beitrag auf humanitärem Sektor geleistet hat. Die fast 1,4 Millionen Lions sind in rund 46.000 Clubs in ca. 200 Ländern der Erde vereint. In Deutschland sind es über 51.000 Männer und Frauen in mehr als 1.500 Clubs, die sich für die Lions Idee engagieren (Stand: Juli 2014).
Das Akronym „Lions“ ist aus den Anfangsbuchstaben der - englischsprachigen - Grundsätze und Ziele der Vereinigung zusammengesetzt:

  - L  für "liberty" (Freiheit)

  - I  für "intelligence" (Klugheit, Wissen, Kultur)

  - ONS  für "our nations safety" (die Sicherheit unserer Nation, heute eher eine auf Toleranz
    und Gemeinsinn basierende soziale und freiheitliche Sicherheit innerhalb des Staates).

Das Motto, der Wappenspruch von Lions „We serve“ (wir dienen) verpflichtet die Mitglieder, sich aktiv für ihre Mitmenschen, für eine gerechte, friedliche und lebenswerte Welt einzusetzen. Die weltweite Lions Organisation wird von einem internationalen Vorstand geführt. Die Verwaltung und der Sitz des internationalen Präsidenten befinden sich in Oak Brook im Bundesstaat Illinois, USA. Das Beratungsorgan des aus dem internationalen Präsidenten, seinen zwei Vizepräsidenten sowie 33 internationalen Direktoren bestehenden Vorstands ist das Board of Directors, das Beschlussorgan die International Convention.
Das Generalsekretariat als Verwaltungsstelle der Deutschen Lions hat seinen Sitz in Wiesbaden. Dem Multidistrikt Deutschland steht der Governorrat vor. Dieser besteht aus den 16 Governors der gleichberechtigten Einzeldistrikte und einem Governorrats-Vorsitzenden. Das Beschlussorgan des Multidistriktes ist die Multi-Distrikt-Versammlung. Jeder Einzeldistrikt wird von einem jährlich wechselnden Governor geführt. Das Beratungsorgan des Distriktes ist das Distriktkabinett, das Beschlussorgan die Distrikt-Versammlung. Die autonomen örtlichen Lions Clubs sind in Zonen zusammengefasst, diese wiederum in Regionen, welche jeweils von einem Regionen- sowie einem Zonenleiter geführt werden. Eine Organisation, die zu den leistungsfähigsten Nichtregierungshilfsorganisationen der Welt gehört, braucht professionelle Leitungsstrukturen. Für diese anspruchsvollen Positionen, die erheblichen persönlichen Aufwand erfordern, stellen sich geeignete Persönlichkeiten aus allen Bereichen der Wirtschaft, Politik, Wissenschaft, Kultur etc. als Lions unentgeltlich zur Verfügung.

Schwerpunktprojekte von Lions International und national:

- Mitgestalten einer positiven Zukunft der Welt

- Kampf gegen die Blindheit in den Entwicklungsländern, Projekt „Sight first“

- Kampf gegen Diabetes, gegen Drogenabhängigkeit, Sucht im allgemeinen

- Blutstammzellen-Spendenprojekt, Hornhautbanken

- Völkerverständigung

- Jugendarbeit, z.B. internationaler Jugendaustausch, Jugendcamps,      Musikwettbewerbe, Vorschulförderung

- Kulturförderung

- Katastrophensoforthilfe

- Hilfsprojekte in den Entwicklungsländern und in den Ländern des ehemaligen
  Ostblocks

Der Begriff „Activity“:

Hilfe kostet Geld.
Dieses Geld bringen die Lions durch persönliche und externe Spenden, aber im wesentlich größerem Umfang durch sogenannte  „Activities“ auf. Das sind Aktionen, mit denen Lions Unterstützung leisten und / oder finanzielle Mittel aufbringen und zur Verfügung stellen, um Bedürftigen zu helfen oder Förderprojekte durchzuführen, in der Regel dort, wo öffentliche Institutionen oder karitative Organisationen nicht ausreichen oder nicht tätig werden. Der Begriff steht also gleichermaßen für gemeinnützige bzw. mildtätige Projekte wie auch für die Generierung von Erlösen für deren Durchführung.
"Activities" sind ohne den persönlichen und ehrenamtlichen, also unentgeltlichen Einsatz der Mitglieder, ihrer Familien und anderer Freiwilliger nicht denkbar. Beispiele sind: Verkaufs- und Sammelaktionen, Benefizkonzerte und andere kulturelle Veranstaltungen, Sportveranstaltungen etc.
In den einzelnen Lions Clubs koordiniert ein "Activity-Beauftragter" die Activities des Clubs. Die Durchführung obliegt dem jeweiligen Hilfswerk unter Beachtung dessen Satzung und der Vorgaben der Finanzverwaltung (siehe unten Lions Hilfswerke).

Der Club als Keimzelle der Lions Organisation:

Die kleinste und wichtigste Zelle ist der Club mit dem Präsidenten und seiner Führungsmannschaft, die jeweils für ein Jahr gewählt wird. Neue Mitglieder werden auf Vorschlag eines oder mehrerer Lions eingeladen, wobei bei der Auswahl die erwartete Identifikation mit den Zielen des Clubs, insbesondere die Bereitschaft zu persönlichem Einsatz bei den Aufgaben und Aktivitäten des Clubs die entscheidende Rolle spielt. Idealerweise sollten möglichst viele Berufe, unterschiedliche Altersstufen und beide Geschlechter im Clubleben vereint sein. Der Umgang miteinander ist freundschaftlich und offen. Lions treffen sich ein- oder zweimal pro Monat. Bei diesen Treffen, meist am Abend, werden im offiziellen Teil die anstehenden Aufgaben, Projekte, Veranstaltungen, Aktivities, Anfragen und Anträge usw. behandelt. Anschließend finden Vorträge von Mitgliedern oder eingeladenen Referenten mit Diskussion statt. Intensiviert wird der freundschaftliche Zusammenhalt der Mitglieder und ihrer Familien vor allem durch gemeinsam durchgeführte Aktivities, also Aktionen, bei denen durch persönlichen Einsatz Erlöse für die Durchführung von Hilfsprojekten generiert werden, also z. B. Verkauf auf Märkten, Durchführung von Benefiz- und Sportveranstaltungen, Baumpflanzungen etc.Gemeinsame Besuche von Theater-, Kunst- und Sportveranstaltungen, Ausflüge und Reisen stärken ebenso die Freundschaft innerhalb der Lions Clubs.Auf nationaler Ebene übernehmen die Clubs die Patenschaft für neu zu gründende Clubs, auf internationaler europäischer Ebene werden Partnerschaften, sog. Jumelagen, mit ausländischen Clubs geschlossen, die regelmäßige Besuche mit gemeinsamen Veranstaltungen zur Folge haben. Lions auf Reisen sind gerngesehene Gäste in den Clubs des Reiselandes.

Leo Clubs:

Die Leo Clubs sind die Jugendorganisation von Lions. Sie haben eine ähnliche Struktur und die gleichen Ziele wie die Lions Clubs. Leo steht für Leadership - Experience - Opportunity, das heißt der Nachwuchs soll nicht zuletzt in der Zusammenarbeit mit den Lions lernen, Verantwortung zu übernehmen, im Team effizient und lösungsorientiert zu arbeiten, vor allem aber einen Blick für die Not in seiner Umgebung und weltweit zu entwickeln. Die ehrenamtliche Tätigkeit soll so gegen manchen egoistischen Trend der Selbstverwirklichung eine wichtige Verpflichtung für Lions und Leos werden.

Lions Hilfswerke:

Um die rechtlichen Rahmenbedingungen zur ordnungsgemäßen Handhabung von Einnahmen, z.B. Spendengeldern, zu schaffen, sind Club Hilfswerke als eingetragene Vereine gegründet worden. Als solche führen sie die Activities durch und verwenden gemäß ihren Satzungen die eingenommenen Gelder steuerbegünstigt für gemeinnützige und mildtätige Zwecke. Darüber hinaus gibt es Hilfswerke auf Distrikt- bzw. nationaler Ebene, besonders um clubübergreifende Activities zu koordinieren bzw. abzuwickeln.